
In unserer westlichen Kultur ist es weit verbreitet den Körper zu trainieren, während es noch immer viele Tabus rund um die Themen Mentale Gesundheit, Mentaltraining und Gehirntraining gibt. Viel zu häufig werden unser Körper und unser Gehirn als zwei separate Bestandteile des Menschen angesehen. In Wirklichkeit sind sie beide untrennbar miteinander verbunden und sie verdienen beide unsere Aufmerksamkeit.
Meditation ist eine Möglichkeit den Geist und das Gehirn zu trainieren. Es gibt selten ein vergleichbares Thema, über das so viel geschrieben und gesprochen wird. Zahllose Mythen und Gerüchte über Meditation sind vor allem in unserer westlichen Gesellschaft stark ausgeprägt und verbreitet. Um zu erklären, was Meditation genau ist und wie sie Dir helfen kann, möchten wir Dir an erster Stelle verdeutlichen, was Meditation nicht ist.
Meditation = An nichts denken
Der wahrscheinlich größte Mythos über die Meditation ist die weit verbreitete Annahme, dass Du während der Meditation an nichts denken darfst. „Ich kann nicht abschalten, deswegen ist die Meditation nichts für mich.“ – nichts ist falscher als das! Das Ziel der Meditation ist weder, dass man komplett abschaltet, noch dass man an nichts denkt. Wir sind Menschen und Menschen denken. Je mehr wir versuchen an nichts zu denken, umso mehr Gedanken machen sich in uns breit. Durch Meditation lernst Du, aufmerksam zu bleiben und bewusster zu werden, was in Dir und um Dich herum geschieht.
Meditation = Esoterik
Meditation wird oft und schnell in die Schublade der Esoterik gesteckt und nicht näher betrachtet. Sehr schade, denn Meditation ist ein unglaublich effektives Tool, um Deine Gesundheit zu fördern und positiv zu unterstützen. Auch die Wissenschaft setzt sich immer öfter mit der Wirkung von Meditation auf unser Gehirn und unser Wohlbefinden auseinander und erkennt diese Methode als sehr wirksam an.
Meditation = Es gibt nur eine Meditationstechnik
Es gibt mehrere Formen der Meditation. Meditation kann unterschiedlich ausgeführt werden und entsprechend Deiner eigenen Bedürfnisse und Deiner jeweiligen Lebenssituation angepasst werden. Die Annahme es gäbe nur DIE eine Meditationstechnik ist schlichtweg nicht richtig. Je nachdem, welches Ziel Du verfolgst, kannst Du die passende Meditationstechnik auswählen. Die 5 effektivsten Meditationstechniken erläutern wir am Ende des Beitrags.
Meditation = Etwas für Profis
Jeder Mensch wird früher oder später mit Meditation konfrontiert, auch wenn sich die meisten darüber nicht bewusst sind. Wir neigen dazu, die Fähigkeit zur Konzentration zu vergessen, die wir in frühen Kindheitsjahren entwickelt haben. Womöglich macht man nicht immer bewusste Atemübungen in Lotushaltung, aber viele von uns führen im Alltag ganz unbewusst Meditationen aus. Denke an den Gourmet, der eine Mahlzeit im Restaurant wirklich genießt. Die Musikliebhaberin, die bei einem Konzert vollkommen in ihrem Lieblingslied versinkt. Oder den Schwimmer, der in absoluter Konzentration seine Bahnen zieht. Denke an das Kind, das Du warst, als Du die Welt mit größter Aufmerksamkeit entdeckt und beobachtet hast. Alle haben eine Art der Meditation gemeinsam: Die Achtsamkeit. Du wirst Dir ganz besonders dessen bewusst, was im Moment geschieht. Meditation ist also nicht nur etwas für Spezialisten, Profis oder Mönche mit mystischen Ritualen. Sie wohnt jedem Aspekt des Lebens inne.
Meditation = Leselektüre
Bücher, Filme, Apps – Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten etwas über Meditation zu erfahren und zu lernen. Und diese Möglichkeiten können Dir helfen, Anleitungen und Informationen über den Nutzen der Meditation oder interessante Tipps und Tricks zu finden. Es ist so viel über die Meditation und ihre Auswirkungen geschrieben worden, dass Du womöglich Dein ganzes Leben darüber lesen könntest. Doch vielleicht ist es klüger, all diese Informationen zur Seite zu legen und in die Umsetzung zu kommen. Es ist etwas völlig anderes die Meditation zu erleben, als über sie zu lesen oder mit Menschen zu reden, die Meditation ausüben. Du musst es selbst ausprobieren und erleben, um es zu spüren!

„Angenommen, Sie lesen von einer Tablette, die Sie einmal täglich einnehmen, um Angstzustände zu reduzieren und die Zufriedenheit zu erhöhen. Würden Sie sie nehmen? Und weiter angenommen, dass die Tablette eine große Palette Nebenwirkungen hat, die alle gut sind: mehr Selbstwert, Empathie und Vertrauen, sogar ein verbessertes Gedächtnis. Und schließlich nehmen wir an, dass die Tablette ganz natürlich ist und nichts kostet. Würden Sie sie dann einnehmen? Diese Tablette gibt es. Es ist die Meditation.“ – Jonathan Haidt, Psychologe
Um mit Worten zu erklären, was Meditation ist, ist ein Vergleich sinnvoll. Meditation kannst Du Dir vorstellen wie Sport. Allerdings ein Sport für das Gehirn. So wie Sport eine Sammelbezeichnung für verschiedene Arten wie Laufen oder Bodybuilding ist, ist Meditation eine Sammelbezeichnung für die verschiedenen Arten von Übungen für Deinen Geist.
Meditieren bedeutet, der Funktion und der Gesundheit Deines Gehirns und Deines Geistes bewusst Aufmerksamkeit zu widmen, um besser verstehen zu lernen, wie sie arbeiten und Dich am Gefühl des mentalen Wohlbefindens und Glücks zu erfreuen.
Wenn Du regelmäßig meditierst, verändert sich die Struktur Deines Gehirns. Jede Meditationstechnik hat eine andere neuronale Signatur im Gehirn. Je nach angewandter Meditationstechnik werden unterschiedliche neuronale Netzwerke aktiviert.
Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Dein Ziel ausschlaggebend dafür ist, um herauszufinden, welche Meditationstechnik für Dich die Passende ist. Genauso wichtig ist es mit einzubeziehen, welche Erkrankung und/oder mentale Herausforderung Du positiv verändern und beeinflussen möchtest.
Eine Gruppe niederländischer Forscher kam nach Analyse von insgesamt 22 Studien, durchgeführt an 1235 Menschen mit chronischen Schmerzen zu dem Schluss, dass Meditation mindestens genauso effektiv sein kann wie eine medikamentöse Behandlung. Es ist jedoch wichtig hervorzuheben, dass Meditation als Unterstützung und Ergänzung genutzt werden sollte und keine ärztliche Behandlung bei körperlichen Erkrankungen ersetzt!
Transzendentale Meditation
Die Transzendentale Meditation wird mit der Verwendung eines Mantras durchgeführt. Das Mantra ist ein Wort, welches von Deinem Verstand nicht mit etwas Bekanntem assoziiert wird. Während der Meditation wird dieses Mantra wiederholt und eröffnet Dir die Möglichkeit in eine tiefe Entspannung zu finden. Bei dieser Meditationstechnik gilt das Motto: Statt krampfhaft zu versuchen, den Geist ruhig zu stellen, muss man es ihm eigentlich nur leicht machen. Das Meditieren darf sich natürlich und anstrengungslos anfühlen.
Vipassana-Meditation
Vipassana ist eine der ältesten indischen Meditationstechniken und bedeutet, die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind. Es geht bei dieser Meditationstechnik darum, Dinge nicht länger zu bewerten, zu beurteilen und in Schubladen zu stecken. Über den Weg der Achtsamkeit sollst Du verstehen lernen, dass Du nicht Deine Gedanken bist und ihnen daher nicht ausgeliefert bist. Das Ziel ist es zu verstehen, wie der Verstand arbeitet, um so in eine innere Beobachterposition zu gelangen.
Geführte Meditation
Bei einer geführten Meditation wird man von einem Lehrer durch die Meditation geführt. Über die Stimme des Meditationslehrers werden vor Deinem inneren Auge Bilder erzeugt, die Dich dabei unterstützen Deine Ziele zu erreichen. Sie haben einen enormen positiven Einfluss und Effekt und können Dir dabei helfen, Deine Ziele und Wünsche auf der energetischen / unterbewussten Ebene zu integrieren. Hierbei ist es vollkommen egal, ob es Dein Ziel ist, Dich zu entspannen, besser zu schlafen, mehr Selbstliebe in Dir zu entfalten oder Deine Ängste loszulassen. Zu nahe allen Themen gibt es bei uns geführte Meditationen.
Gehmeditation
Für alle, denen das stillsitzen schwerfällt, darf sich gerne an der Gehmeditation bedienen. Bei der Gehmeditation können Körper und Geist miteinander verschmelzen. Auf der einen Seite bist Du in Bewegung und auf der anderen Seite kommst Du vollkommen im Hier und Jetzt an. Zusätzlich macht der Automatismus des Gehens Deine Gedankenwelt zugänglicher, sodass bereits schon bei unzähligen Menschen währenddessen die besten Ideen entstehen und zum Vorschein treten konnten.
Atemmeditation
Durch die fokussierte Aufmerksamkeit auf Deine Atmung schaffst Du es innerlich vollkommen zur Ruhe zu finden. Durch die Atemmeditation kommst Du absolut im jeweiligen Moment an und vergisst alles andere um Dich herum. Schöner Nebeneffekt: Lästige Gedanken können wesentlich einfacher losgelassen werden.

Sobald Du ein paar Grundtechniken gelernt hast, hast Du die Möglichkeit Dich immer wieder mit neuer Energie aufzuladen und Du kannst den ganzen Tag über achtsam sein und bewusster leben. Wenn Du Dich näher mit Meditation beschäftigen, Grundtechniken erlernen und durch einen erfahrenen Meditationslehrer begleitet werden möchtest, dann melde Dich gerne bei uns.
Wir möchten Dich ermutigen, regelmäßig einen Schritt zurückzutreten, um Dich, Dein Verhalten, Deine Emotionen und das Tempo Deines Lebensstils zu reflektieren, statt tagtäglich blind Deine Normalgeschwindigkeit zu fahren. Gönne Dir Momente der Ruhe. Schaffe Dir Raum und vor allem Zeit, um in dieser hektischen und reizüberfluteten Welt neue Energie aufzutanken. Statt auszubrennen kannst Du Dein Energiekonto täglich neu aufladen. Denn wenn Deine Energie aufgebraucht ist, kannst Du tun und machen was Du möchtest, sie lädt sich nicht durch noch mehr Aufgaben und To-Do’s auf. Sei es Dir selbst wert!