
Menschen mit körperlichen Symptomen begeben sich meistens in die Betreuung von Allgemeinmedizinern oder Fachärzten, die die körperliche Ursache herausfinden und eine entsprechende Behandlung einleiten sollen. Es folgt eine Medikamentenvergabe, das Ausprobieren verschiedener Behandlungsformen und die Durchleuchtung des Körpers. Dennoch kann es vorkommen, dass keine körperliche oder organische Ursache festgestellt oder das Leiden gelindert wird. Viele Menschen fühlen sich dann hilflos, verzweifelt und sind frustriert.
Spätestens dann sollte der eigene Blickwinkel erweitert und das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele in Betracht gezogen werden.
Psyché ist das griechische Wort für Seele und steht nicht zufällig an erster Stelle; Soma bedeutet Körper, das Haus, indem die Seele lebt – die Psyche geht also dem Körper voran. Es ist wichtig, stets den ganzen Menschen im Auge zu haben und nicht nur einzelne erkrankte Teile oder Organe.
Aus ganzheitlicher Sicht betrachtet möchte uns jedes Symptom, ob körperlich oder psychisch, auf etwas hinweisen. Symptome, die sich zeigen, können uns Menschen Aufschluss darüber geben, welche Thematik zum aktuellen Zeitpunkt präsent ist und welche angegangen werden darf. Können wir Menschen die Thematik hinter unseren Symptomen lösen, wird sich i.d.R. auch das Symptom wieder lösen können und „wird nicht mehr gebraucht“.
Körper, Geist und Seele stehen immer miteinander in Wechselwirkung und keine der Ebenen sollte außer Acht gelassen werden, daher ist eine ganzheitliche Betrachtungsweise für die Heilung und Linderung der Symptome unabdingbar.
Natürlich ist es das Einfachste bei Kopfschmerzen mal eben schnell eine Tablette einzunehmen, doch sei Dir darüber bewusst, dass die Ursache der Kopfschmerzen dadurch nicht gelöst wurde, sondern nur das Symptom.
Stell Dir die Psyche wie eine Art Dampfkessel vor. Es herrscht mal mehr und mal weniger Druck. Wenn zu viel Druck über einen längeren Zeitraum besteht, muss dieser Druck abgelassen werden. Die Psyche sucht sich dann unterschiedliche Ventile – mal durch Stimmungen, Gedanken und Gefühle ; mal aber auch im Körper.
Unsere Aufgabe als Menschen ist es ein Leben lang zu wachsen und uns zu entwickeln. Aber viele von uns wachsen nur im Außen. Alles wird größer, wir wollen immer mehr erreichen und Erfolg haben, suchen Bestätigung im Außen. Doch oftmals kommt unsere Seele nicht mit und wir haben zu wenig Wachstum im Inneren. Alles, was wir im Inneren, also im Bewusstsein nicht auf die Kette kriegen, sinkt auf die Körperebene und zeigt uns dort, worum es tatsächlich geht.
Körperliche / psychosomatische Symptome können durch eine dauerhafte seelische Belastung entstehen, beispielsweise durch Probleme bei der Arbeit, zu viel Stress im Alltag, Konflikte in der Partnerschaft oder durch permanente Unterdrückung von Gefühlen. Durch die andauernde Anspannung geraten Prozesse im Körper außer Balance. Das Nervensystem wird stark strapaziert und sendet Alarmsignale oder der Hormonhaushalt gerät durcheinander – beides kann körperliche Symptome zur Folge haben.
Auch unterdrückte Gefühle, wie Angst oder Wut, führen in der Regel zu immenser muskulärer Anspannung. Wenn Möglichkeiten zur Entspannung und Entlastung fehlen, kann das in Summe dazu führen, dass es über die erhöhte Anspannung zu Schmerzen im Körper kommt.
Stell Dir doch nur einmal vor, Du würdest Deine Symptome ab heute nicht mehr verteufeln und gegen sie ankämpfen, sondern würdest sie annehmen und positiv für Dich nutzen. Sie können von nun an Dein Indikator sein, dass irgendetwas in Dir oder in Deinem Leben nicht so läuft, wie es laufen könnte oder sollte. Durch körperliche oder psychische Symptome fordert Dich Deine Seele auf, die Hintergründe herauszufinden und zu verändern.
Durch diese neue Betrachtungsweise wechselst Du von der Opferhaltung in die Macherposition. Diese Haltung ermöglicht Dir Deine innersten Bedürfnisse nicht weiter zu übersehen, sondern sie in Dein Leben zu integrieren. Was sich Symptome erlauben, ist oftmals genau das, was Du Dir selbst nicht erlaubst. Sie fordern dich i.d.R. dazu auf eine bestimmte Eigenschaft zu leben.
Achtung Triggergefahr! Selbstverständlich ist es am einfachsten die Verantwortung an etwas oder jemanden abzugeben. Es ist einfach über den Arzt zu schimpfen, der einem nicht zu helfen vermag. Es ist auch einfach lieber anzunehmen man habe Pech im Leben. Noch einfacher ist es sich zurückzulehnen und sich selbst zu bemitleiden. Doch wohin bringt Dich diese Haltung?
Nimm die Verantwortung für Dein Leben wieder selbst in die Hand und suche nach Wegen und Möglichkeiten, die Dich auf dem Weg der Selbsterkenntnis unterstützen!
"Geh Du vor", sagte die Seele zum Körper, "auf mich hört er nicht, vielleicht hört er auf Dich". "Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für Dich haben" sagte der Körper zur Seele. - Ulrich Schaffer
Die ganzheitliche Betrachtungsweise erfordert eine Umstellung der gewohnten Denkweise und ruft zur Übernahme der Eigenverantwortung auf! Das kann anfangs sicherlich herausfordernd sein, gerade wenn Du durch die Gesellschaft und Dein Umfeld andere Meinungen zu hören bekommst. Doch am Ende des Tages sollte es Dir zumindest einen Versuch wert sein...
Diese Blickrichtung gibt außerdem neue Hoffnung auf Linderung von Symptomen, denn wenn unser Körper sagt, was unsere Seele will und wir die Beweggründe erkennen und auflösen, dann kann es doch durchaus möglich sein, dass die Symptome nicht weiter aufrechterhalten werden müssen, oder?
Dieser Blogartikel hat Dir hoffentlich geholfen, Deinen bisherigen Blick auf Krankheit und Gesundheit zu verändern oder in Frage zu stellen und das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele in Betracht zu ziehen.